Der Wachplan Tipps, Hinweise & Checklisten für angehende Skipper

Auf allen Berufs- und gewerblich eingesetzten Sport- und Vergnügungsfahrzeugen ist es gesetzliche Pflicht. Und auf "Sportbooten zu Freizeitzwecken" - also auf deiner Yacht -, die länger als 12 Stunden auf See sind, gehört es zur seemännischen Sorgfaltspflicht:

der Wachplan

Kurze, sehr kurze oder lange Wachen?

  • 00:00 - 04:00 Mittelwache / "Hundewache"
  • 04:00 - 08:00 Morgenwache
  • 08:00 - 12:00 Vormittagswache
  • 12:00 - 16:00 Nachmittagswache
  • 16:00 - 18:00 "Erster Plattfuß"
  • 18:00 - 20:00 "Zweiter Plattfuß"
  • 20:00 - 00:00 Abendwache

Mindest-Wachen lt. "Wachdienst-Verordnung" von Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang, bei verminderter Sicht und bei hoher Verkehrsdichte

Solange du nicht gesetzlichen Vorschriften unterliegst (etwa bei gewerbsmäßigen Fahrten), kannst du die Länge der Wachen völlig frei einteilen. Denke aber daran, dass dir eine Wache nichts nutzt, wenn sie "im Dienst" einschläft. Möglicherweise solltest du also darüber nachdenken, ob du insbesondere die Hundewache und vielleicht auch die Morgenwache sogar in sehr kurze 2-Stunden-Schichten aufteilst...

Ob du tagsüber Wachen einteilst, oder ob du beispielsweise die Zeit zwischen 08:00 und 20:00 als "gemeinsame Crew-Wache unter Führung des Skippers" organisierst, steht dir absolut frei. Entscheidend ist am Ende nur, dass es zu jeder Zeit einen Verantwortlichen gibt, der sich um die Belange der Wache (Sicherheit, etc.) - vor allem aber Ruder & Ausguck - kümmert.

1, 2, 3 Leute ... und überhaupt, wen soll ich wann einsetzen?

»Freiwillige vor!« ist immer eine gute Devise. Trotzdem solltest du bei der Einteilung der Wachen auch auf wichtige andere Punkte achten.

Wenn es sich einrichten lässt, teile alle Wachen mit 2 - 3 Leuten ein. Dabei sollte in jeder Wache auch immer mindestens ein erfahrenes Crew-Mitglied sein.

Seemännische Sorgfaltspflicht Die Wache muss imstande sein, JEDERZEIT ALLEIN (also ohne den Skipper) Entscheidungen zu treffen und Maßnahmen zu ergreifen, um die Sicherheit an Bord zu gewährleisten.

Außerdem kann es sinnvoll sein, in verkehrsreichen oder anderweitig "besonderen" Gebieten oder bei besonderen Wetterbedingungen ein besonders erfahrenes Crew-Mitglied (Skipper oder Co-Skipper) - zusätzlich oder ersatzweise - einzuteilen, um Unsicherheiten und Fehler, die sich aus den besonderen Umständen ergeben können, zu minimieren.

  • Sichtverhältnisse
  • Verkehrsverhältnisse
  • Wetterbedingungen
  • Nähe von Gefahren
  • Revierbedingungen
  • Anforderungen der Yacht (Kommt einer allein klar?)
  • Erfahrung in der Bedienung der Navigationsgeräte
  • Besondere Umstände

Praxis-Tipp Überlasse es der Crew!

Profi-Tipp Auch eine "schlecht eingeteilte" Wache kannst du wortkarg hinnehmen. Niemand kann dein "plötzliches Aufwachen und nicht mehr Schlafen können" ablehnen. Und wenn dich die Unruhe gar nicht loslässt, dann kannst du dein Nickerchen immer noch in der Back (also unter Deck am Tisch) machen und damit im Fall der Fälle sofort einsatzbereit sein...

Auch, wenn du logischerweise letztlich dafür verantwortlich bist: Traue der Crew etwas zu! Lasse sie ihren Wach-Plan allein einteilen und organisieren.

Falls ihr es noch nicht getan habt, ist das auch eine gute Gelegenheit, die tatsächliche Erfahrung deiner Crew genauer einzuschätzen: Wer traut sich zu, das Schiff zu führen? Wer besitzt schon Wach-Erfahrung? Und wer überschätzt sich  selbst vielleicht allzu sehr?

Halte dich mit Anweisungen zurück! Gib stattdessen Hinweise (beispielsweise zum Wetter, Törn-Plan oder zu den Revier-Bedingungen), die die Länge der Wache oder Anzahl bzw. notwendige Erfahrung der Wach-Mitglieder beeinflussen könnten.

Am Ende kommt erfahrungsgemäß selbst bei der unerfahrensten Crew etwas Brauchbares heraus, das nur hier und da noch ein bisschen vorsichtigen und zurückhaltenden "Feinschliff" braucht.

Praxis-Tipp Skipper vom Wachplan ausnehmen?

Grundsätzlich ist es eine gute Idee, dem Skipper den Rücken für "besondere Fälle" freizuhalten und ihn vom regulären Wachplan auszusparen. Ganz besonders, wenn die Mannschaftsstärke und -Erfahrung für eine gute Absicherung der Wachen ausreicht. Das stößt jedoch gerade bei unerfahrenen Crews nicht immer auf Verständnis und kann sogar Unwillen erzeugen.

Zeige deshalb vor allem bei den ersten Wachen - insbesondere Hunde- und Morgenwache - "zufällige Präsenz". Setze dich mit einer Tasse Kaffee dazu. Klöne mit der Wache über Gott und die Welt. Frage nicht, wie die Wache läuft! Ignoriere stattdessen die "Aufgabe des Wachdienstes" und erwähne es mit keinem Wort.

Lasse die Wache mit den Worten »Du bist zur Zeit der Boss, wenn ich mich recht entsinne! Ich habe dienstfrei.« alle Entscheidungen, die nicht die Sicherheit von Crew oder Schiff gefährden würden (und das sind erfahrungsgemäß 99,99% aller Entscheidungen), allein treffen.

Vertrauen schafft Sicherheit Ein guter Skipper führt nicht; er leitet an. Lasse zu, dass die Leute ihre eigenen Erfahrungen machen. Greife nur ein, wo die Sicherheit des Schiffs oder der Crew wirklich gefährdet ist. Halte dich ansonsten zurück, und bleibe im Hintergrund.

Profi-Tipp Wenn die Umstände nicht dagegen sprechen (aufziehendes Wetter, kommende Revier-Probleme, etc.), dann spare dich NICHT vom regulären Wachplan aus. Bitte stattdessen bei anstehenden Problemen um Ablösung von einzelnen Wachen, um deine Kräfte besser einteilen zu können.

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