Gregor, Petra, Niklas & Balu auf der Mecklenburgischen Seenplatte Reiseberichte: Hausboot-Urlaub auf der Mecklenburgischen Seenplatte

In diesem Törn-Bericht entführen dich Gregor, Petry, Niklas und Balu auf die Mecklenburgische Seenplatte.

Zu viert - drei Menschen und ein Hund - erkunden sie die großen Seen rund um die Müritz und entdecken für sich den "Camping-Urlaub auf dem Wasser".

Tipps von Gregor für dich: Ganz unten findest du noch eine Reihe von Tipps, die Gregor dir auf den Weg mitgeben möchte. Schließlich muss man ja nicht jedes Mal das Rad neu erfinden und alles selbst entdecken, nicht wahr?!

Gregors Hausboot-Urlaub auf der Mecklenburgischen Seenplatte
Unser Hausboot-Törn 2016 -Mecklenburgische Seenplatte
Unsere Amelie
  • ca. 10 Meter lang
  • ca. 3,40 Meter hoch
  • ca. 10 Tonnen schwer
  • 15 km/h schnell
  • 2 Kabinen
  • vollausgestattete Küche
  • großes "Wohnzimmer"
  • 2 Toiletten
  • 1 Dusche
  • Bugstrahl-Ruder

Unser Schiff - die "Amelie" - ist ca. 10 Meter lang und hat zwei Kajüten. Es stehen zwei Toiletten mit Handbetätigung, eine kleine Küche und ein "Wohnzimmer" unter Deck zur Verfügung. Der Steuerstand ist auf Deck und kann mit einer Persenning komplett geschlossen werden.

Zur Höhe des Schiffs haben wir keine Angaben in den Unterlagen gefunden. Es ist aber wirklich unbedingt erforderlich die Höhe zu wissen, da die eine oder andere Brücke sonst nicht, bzw. nur angehoben passiert werden kann. Und das macht der freundliche Bedienstete nur, wenn es denn unbedingt sein muss. Im Zweifelsfall die Brücke anheben lassen, bevor die Persenning oder der ganze Steuerstand im Wasser liegt. Wir haben für unsere "Amelie" eine Höhe von ca. 3,40 Meter ermittelt.

Das Schiff verfügt über ein Bugstrahlruder, dass sich beim Anlegen und bei Engstellen (Schleusen) als extrem hilfreich erweist. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt ca. 15 km/h. Doch die haben wir nur probeweise ausgefahren. Es ist so viel mehr "Urlaub", wenn man mit 6, 7 oder 8 km/h über das Wasser gleitet, anstatt in den Qualmwolken der Abgase und dem lauten Gebrumme des Diesels zu stehen...

Ein Heckstrahlruder wäre natürlich von Vorteil. Wir hatten immer wieder das Problem, dass die Heckleine nicht gleich "passte" und das Heck dann wegtrieb. Abhilfe schafft hier möglichst an der Schokoladenseite des Bootes anzulegen (Radeffekt) und sich zuerst um die Heckleine zu kümmern oder ein entsprechendes Manöver zu fahren.

Der Bootshaken ist ein gutes „Helferlein“ und passt z.B. auch wunderbar an die Schleusenstangen. Das ist ebenfalls eine Möglichkeit das Heck wieder beizuholen. Manövrieren lässt sich die Amelie trotz ihres stolzen Gewichts von 10 Tonnen aber dennoch recht gut.

Vorwort

Zu Beginn ein paar einleitende Worte und wie wir überhaupt auf die Idee kamen, ein Hausboot zu chartern.

Wir, das sind meine Frau Petra, unser 13 Jahre alter Sohn Niklas, ein Labradorrüde namens Balu und ich, fahren seit Jahren mit dem Wohnwagen in den Urlaub. Und zwar Sommer wie Winter. So auch letztes Jahr nach Kroatien.

Wir waren mit Freunden dort; und da mein Kumpel den Motorbootführerschein hat, konnten wir uns ein Boot mieten. Vom überfüllten Strand ging es dann mittels Boot zu einer "einsamen Bucht", die uns ganz alleine gehörte.

Petra, Niklas, Balu, Amelie und ich

Damit war ich endgültig angefixt: Ich brauchte unbedingt den Motorbootführerschein! Ist ja nicht so, dass immer grad jemand zur Hand ist, wenn man mal ein Boot mieten möchte. Gesagt getan, im April 2016 habe ich die Prüfung für den SBF See absolviert und gleich danach den SBF Binnen drangehängt.

Beide Theorie-Prüfungen und auch die praktische Prüfung auf Anhieb bestanden. Und da darf ich gerne mal die Webseite der "Wassersport Akademie" (www.solmon.net) erwähnen, auf der ich immer wieder mal Fragen für die Prüfung gelernt habe und viele Informationen erhielt.

Dann hatte ich also die Scheine, aber was nun? Wo jetzt fahren?

Bei der Suche im Netz bin ich dann irgendwie auf Hausboote gekommen. Für die braucht es zwar nicht zwingend einen Schein, aber die Sache schien interessant. Ist ja irgendwie wie campen – nur halt auf dem Wasser.

... tja, und hier folgt nun unser erster Reisebericht. (Ganz unten findet Ihr noch ein paar Tipps und Tricks für Nachahmer.)

1. Tag: Wir entern unseren schwimmenden Wohnwagen!

Unsere Amelie

Um 16 Uhr übernahmen wir unser Hausboot "Amelie" im Hafen. Die Größe des Schiffs ist echt beeindruckend! So ein großes Schiff wollen wir fahren? Ernsthaft? Hatten wir uns das wirklich gut überlegt?

Nach dem Verstauen der Sachen an Bord machten wir uns ein wenig mit der Innenausstattung vertraut und teilten die Kajüten ein.

Unsere Amelie verfügt über zwei Kajüten, einen großen Salon (also ein "Wohnzimmer"), eine große Kochecke mit Herd, Kühlschrank, Spüle und all dem, was man so in der Küche braucht, zwei Toiletten mit Handbetrieb und eine Dusche. Platz genug für uns alle ... auch an schlechten Tagen.

Nach einer - übrigens ziemlich kurzen - Einweisung fuhren wir unter sehr engen Bedingungen im Hafen drei Ab- und Anlegemanöver. Der Hafen ist echt vollgestopft und viel Platz zum Ausholen ist da nicht. Trotzdem ging das ging so weit erstaunlich gut. Ganz wohl war uns aber noch nicht wirklich...

Das war dann auch schon unser erster Tag, den wir nun gemütlich ausklingen ließen. Übrigens: Die Übernachtung im "Heimathafen" des Schiffes ist in aller Regel kostenfrei. Auch für uns fielen also keine Parkplatz-Gebühren (sogenannte "Liege- bzw. Hafengebühren") an.

Unser Hausboot-Törn 2016 -Mecklenburgische Seenplatte

2. Tag: Reeckkanal - Plauer See

Auf ging es zur großen Fahrt! Wir wollten über den Kölpinsee und Fleesensee zum Plauer See kommen.

Die Kanäle sind schmal und es brauchte schon ein wenig Gefühl, das schwere Schiff "auf Kurs" zu halten. Das anfängliche Schlingern wurde mit der Zeit immer besser und schon bald fuhren wir richtig geradeaus.

Gefahrene km: 30
Liege-Gebühren im Hafen: 19 Euro
Wir erkunden das Land ... von der Wasserseite

Am Wasserwanderrastplatz bei Malchow legten wird das erste Mal an und machten das Schiff fest. Das funktionierte – trotz ein wenig Brise – ganz gut. Nebenan liegende Hausbootfahrer unterstützten uns beim ersten Festmachen ein wenig und empfahlen uns den Italiener "Don Camillo" am Ende des Damms.

Wir aßen köstlich zu Mittag schauten uns dann die Drehbrücke an, die zu jeder vollen Stunde öffnet. Die Durchfahrt ist recht schmal. Wir konnten ein kleines Sportboot beobachten, dass zweimal an den Leitplanken anschlug, bevor es durch war. Aber gut, vermutlich, also hoffentlich nur "nicht aufgepasst", oder so...

Also von der Theorie zu Praxis. Wieder am Schiff angekommen, hatten wir noch etwas Zeit ein weiteres Anlegemanöver – diesmal aber mit dem Bug (also das sogenannte "Eindampfen in die Vorspring") – zu fahren, um diese Alternative auch mal zu testen. Funktionierte auch bestens.

Dann wurde es Zeit, vor die Brücke zu fahren und auf das Signal zu warten. Der Bediener der Brücke gab Zeichen zur Einfahrt und wir kamen ohne Problem (und ohne Bugstrahlruder!!!) durch. ... Ganz ehrlich: Uns fiel ein riesiger Stein vomm Herzen! Es war sehr viel leichter als wir befürchtet hatten...

Weiter ging es über den Malchower- und den Petersdorfer See zum Plauer See. Die Seen sind durch kurze, aber einigermaßen enge Kanäle miteinander verbunden. Irgendwie kam uns die ganze Zeit nie etwas entgegen ... außer, wenn es irgendwo im Kanal eng wurde. Dann tauchte jedes Mal ein entgegenkommendes Boot auf. Probleme gab es aber trotzdem keine. Schließlich konnten wir mittlerweile längst perfekt "geradeaus fahren". :)

Auf dem Plauer See angekommen, haben wir das SUP (Stand-Up Paddle Board) über Bord geworfen; und Niklas konnte hinter dem Schiff an der Leine "surfen". Das hat uns ordentlich Spaß gemacht!

Kanäle ... anfangs ziemlich eng, aber wir gewöhnen uns schnell daran
Drangvolle Enge in den Häfen

Wegen der schon fortgeschrittenen Zeit entschieden wir uns nicht - wie eigentlich geplant - für die kleine Ankerbucht im Süden, sondern für den Hafen am Leuchtturm ganz im Westen des Plauer Sees. Dort beginnt auch der Elde-Kanal, über den man Hamburg, Dresden und den Rest der Welt erreichen kann.

Die Hafeneinfahrt kam uns übertrieben eng vor; und die Boxen sind auch nicht gerade großzügig ausgelegt. Trotzdem ist es ein sehr schöner Hafen mit besten Sanitäranlagen und äußerst gepflegter Steganlage. Der Leuchtturm ist natürlich auch "begehbar". Abends spazierten wir noch in die nahe gelegene Altstadt, schauten uns die historische Hubbrücke an und aßen eine Kleinigkeit. Den restlichen Abend verbrachten wir dann an Deck, sahen flanierenden Spaziergängern im Hafen zu und beendeten den Abend ganz gemütlich. Die Nacht im Hafen war ruhig und angenehm.

Insgesamt war es wirklich ein superschöner Tag...

Unser Hausboot-Törn 2016 -Mecklenburgische Seenplatte

3. Tag: Plauer See - Lübz

Nach einem Gespräch mit netten Nachbarn haben wir uns - wie eigentlich schon geplant - für die Weiterfahrt über den Elde-Kanal nach Lübz entschieden.

Die erste Schleuse mit vorgelegener Hubbrücke war sehr eng und ein bisschen hektisch, aber für unseren allerersten Schleusenvorgang schon in Ordnung.

Der Elde-Kanal ist landschaftlich ein Traum. Natur pur und sehr gemütlich zu fahren. Da bleibt die Zeit schon mal stehen...

Gefahrene km: 22
Liege-Gebühren im Hafen: 20 Euro
Schleusen: 4 abwärts
Warten vor der Schleuse

Die Schleusen sind nicht wirklich ein Problem aber doch immer anders und ein wenig aufregend. Übung macht auch hier den Meister. Jedenfalls haben wir alle Schleusen zwar mit viel Aufregung aber ohne die geringste Beschädigung überstanden.

Der Ort Lübz ist übrigens ein sehr verschlafenes Nest. Ein Mexikaner gegenüber vom Wasserturm soll sehr gut sein. Trotzdem haben wir dieses Mal unsere "Brotzeit" an Deck gemacht. Und auch diese Nacht im Stadthafen war wieder äußerst angenehm.

Unser Hausboot-Törn 2016 -Mecklenburgische Seenplatte

4. Tag: Lübz - Plauer See

Gefahrene km: 22
Liege-Gebühren im Hafen: 19 Euro
Schleusen: 4 aufwärts

Wie vorausgesagt, war das Wetter nicht so gut. Es fing an zu regnen und es wurde deutlich kühler.

Wir fuhren im Kanal zurück zum Plauer See. Diesmal ging es bei den vier Schleusen nach oben. Das Schleusen verlief mittlerweile problemlos. Jeder kannte seine Aufgabe, die fast schon routinemäßig abgearbeitet wurde.

Der Bootshaken hat sich als probates "Helferlein" herausgestellt. Mit ihm kann man u.a. das Boot in der Schleuse nochmal an die Wand holen, oder die Leine über einen Pfahl oder Poller legen.

Auch das Einfahren, Anlegen und Festmachen war nicht mehr wirklich eine Herausforderung. Allerdings hatten wir auch nie starken Wind, der die Manöver bestimmt wieder deutlich erschwert hätte.

In eine Schleuse steuerte mein Sohn Niklas ohne Probleme alleine hinein und auch wieder hinaus. Auch in den Hafen manövrierte er schon ohne Probleme. Im Kanal Fahren fand er dagegen schon fast langweilig.

Nur am Steg anlegen oder in die Box im Hafen fuhr ich selbst. Hier war es teilweise so eng, dass ein Eingreifen evtl. zu spät gekommen wäre.

Die Schleuse von innen war schon ziemlich beeindruckend
Unser Hausboot-Törn 2016 -Mecklenburgische Seenplatte

5. Tag: Plauer See - Malchow

Gefahrene km: 20
Liege-Gebühren im Hafen: 19 Euro
Schleusen: -

Wir fuhren zunächst in den Norden des Plauer Sees zum Fischereihafen Alt Schwerin. Das direkt am Steg gelegene Restaurant ist gemütlich und die Küche vom Feinsten.

Das Wetter war immer noch ziemlich schlecht und wir wollten hier zunächst mal abwarten, wie es sich weiter entwickeln würde. Dieser Teil des Sees ist übrigens selbst bei starkem Wind sehr ruhig und lädt förmlich zum Baden, Ankern und Entspannen ein.

Am Ende entschied sich das Wetter aber doch, sich bessern zu wollen. Also machten wir uns auf den Weg nach Malchow.

Der Stadthafen war schon gut belegt, aber wir fanden ein schönes Plätzchen zum Anlegen. In der Nähe gibt es Einkaufsmöglichkeiten, ein paar Läden und direkt am Hafen die schon bekannte Drehbrücke mit ausreichend Publikum.

Zum Abendessen besuchten wir nochmals den bereits erwähnten Italiener "Don Camillo".

Die Sanitäranlage im Hafen ist soweit in Ordnung ... "schön" ist sie aber nicht.

Wir üben Mann-über-Bord ... ein Rettungsring hält als Opfer her
Unser Hausboot-Törn 2016 -Mecklenburgische Seenplatte

6. Tag: Malchow - Kleine Müritz

Gefahrene km: 40
Liege-Gebühren im Hafen: 18 Euro
Schleusen: -

Im Eiltempo überquerten den schon bekannten Fleesensee, anschließend den Kölpinsee, kamen am Heimathafen Eldenburg im Reeckkanal vorbei und hielten weiter Kurs in Richtung Müritz.

Nach einem kurzen Aufreger wegen "Bilgenalarm" legten wir mittags am Yachthafen direkt neben dem Kloster Klink an. Ein kleiner Sandstrand lädt dort zum Baden und Sonnen ein und der sehr gepflegte Hafenkiosk hält Kleinigkeiten zum Essen bereit.

Ausgeruht und gestärkt starteten wie die Fahrt über den größten Binnensee Deutschlands, die "Müritz". Und groß ist sie wirklich! An diesem Tag war sie aber ganz ruhig und fast glatt wie ein Spiegel.

Links und rechts der Boje "Müritz Mitte" befinden sich Untiefen die mit Tonnen gekennzeichnet und umfahren werden müssen. Wir orientierten uns erst einmal kurz, haben dann aber schnell die richtige Durchfahrt gefunden. Nach dem Fotoshooting an der Tonne ging es weiter Richtung Süden zur "kleinen Müritz" und dort zum Yachthafen Rechlin.

Wir fanden gleich eine schöne Box und erlebten einen fantastischen Sonnenuntergang. Direkt gegenüber des Hafens befindet sich eine kleine Insel. ... das wäre alternativ ein schöner Ankerplatz gewesen.

Auf der Mitte der Müritz ... direkt neben der gleichnamigen Tonne
Unser Hausboot-Törn 2016 -Mecklenburgische Seenplatte

7. Tag: Kleine Müritz - Heimathafen Eldenburg

Gefahrene km: 30
Liege-Gebühren im Hafen: (kostenfrei)
Schleusen: -

Wir wollten am nächsten Tag früh abreisen und haben uns daher entschieden, schon nachmittags zurück zum Hafen Eldenburg zu fahren.

Es ging wieder über die Müritz in Richtung Kloster Klink. Das Wetter war bestens und wir wollten noch ein wenig baden. Wir legten also wieder im Yachthafen an und verbrachten den Nachmittag am Strand.

Danach legten wir die letzten paar Kilometer nach Eldenburg zurück, tankten das Schiff auf und legten ein letztes Mal an. Im Hafenrestaurant gab es noch lecker Abendessen und wir genossen den letzten Abend und die Nacht an Bord.

Am nächsten Tag waren wir die Ersten bei der Rückgabe, die völlig problemlos verlief und konnten schon gegen 8:30 Uhr die Heimreise nach München antreten.

Kilometer gesamt: 162
Sprit gesamt: 60 Liter (105 Euro)
Sonnenuntergang auf der Kleinen Müritz

Tipps & Tricks: Von Einsteiger zu Einsteiger

So ein Hausboot-Urlaub ist nicht ganz günstig. Wir haben für eine Woche bezahlt:

  • 1.750 Euro fürs Boot
  • 50 Euro, um die Kautionsversicherung auf 250 Euro zu begrenzen
  • 100 Euro für Diesel
  • ca. 20 Euro pro Nacht im Hafen
  • 20 Euro Parkplatz-Gebühr für das Auto

Die Preise für Essen und Trinken haben Münchner Niveau. Dafür war das Essen immer ausgezeichnet.

Spar-Tipp: Wenn du dich selbst versorgst oder nicht gleich das erste Restaurant im Hafen ansteuerst, kannst du die Kosten für Essen & Trinken erheblich reduzieren.

Tipps für Anfänger

Es gibt sicher tausend Möglichkeiten, sich als "Anfänger" zu outen. Ist ja nicht schlimm, schließlich sind wir das ja auch. Aber ein paar Fehler kann man doch vermeiden, wenn man sie vorbereitet oder ein wenig geübt hat.

Das erste Anlegemanöver im engen Stadthafen mit ausreichend Publikum zu absolvieren ist eher keine so gute Idee. Da ist ein abgelegener Wasserwanderrastplatz oder ein kleiner Anleger für ein Restaurant evtl. die bessere Variante (z.B. Fischerei-Restaurant im Norden des Plauer Sees oder auch der Hafen Rechlin im Süden der Müritz).

Und hat man so einen Anleger gefunden, gleich mal alles üben. Vorwärts, rückwärts, festmachen usw.

Einweisung vor dem Start

Wer "nur" den Sportbootführerschein Binnen- oder See gemacht und sonst keine Erfahrung bzw. ein Skippertraining absolviert hat, sollte mindestens bei der Übernahme des Schiffs eine praktische Einweisung machen lassen.

So eine praktische Einweisung gibt es auch beim Charterschein; da ist sie Teil des "Ausbildungs-Programms". Doch man kann auch mit Sportbootführerschein darum bitten. ... Und ja: Ich empfehle es wirklich.

Schleusen

Vor der ersten Schleusung ist man gut beraten, sich das "Schauspiel" erstmal anzusehen.

Vom Leuchtturmhafen in Plau sind es z.B. nur ein paar hundert Meter an der Strandpromenade entlang zur historischen Hubbrücke (auch die muss angemeldet werden) und zur ersten Schleuse.

Klampen & Leinen

Klampen belegen und Leinen an Board richtig zurechtlegen (von der Klampe unter der Reling nach außen und über die Reling zurück), sollte auch nicht erst beim allerersten Anlegemanöver ausprobiert werden.

Apropos Leinen. Das "Werfen" von Leinen über z.B. einen Pfahl oder vergleichbares, funktionierte bei uns immer prächtig - beim Üben. Wenn es aber drauf ankam und schnell gehen musste, verfehlten wir das rettende Teil garantiert. Besser ist dann die Leine mit dem Bootshaken überzustülpen.

Den Pfahl am Anleger nicht zu treffen, schafft übrigens zuweilen auch das Personal der Berufsschifffahrt. Und die machen das täglich.

Hafen-Gebühren

In den Häfen kostet neben der Liegegebühr (ca. 20 Euro für 10 Meter Boot und drei Personen pro Nacht) alles extra Geld (Duschen, Landstrom, Toilette, sogar die Entsorgung von Müll usw.).

Münzen in ausreichender Anzahl sind also unabdingbar. Vor allem 50 Cent und 1 Euro Münze sind gefragt.

Duschen im Hafen

Wer zum Duschen eine Münze mehr mitnimmt, entgeht der nicht zufriedenstellenden Situation, dass man zwar sauber eingeseift aber plötzlich ohne Wasser dasteht. Die angegebenen Duschzeiten von 3 – 5 Minuten stimmen nicht immer exakt.

Nächtlicher Tau an Deck

Ein kleiner Fensterwischer hilft morgens den Tisch und die Stühle draußen abzuwischen und er eignet sich hervorragend, wenn - wie bei uns - der Scheibenwischer mal den Geist aufgibt.

Fernglas

Mit einem Fernglas (bei uns wurde eins vom Charterer gestellt) können Tonnen erkannt oder Informationen zu Schleusen schon frühzeitig abgelesen werden.

Hinweis: Ferngläser gehören auf Hausbooten zur "Standard-Ausstattung". Trotzdem: Wenn du ein gutes Glas hast, nimm es mit!

Mobiles Navi-System

Ein Navi mit der entsprechenden Karte ist zur zusätzlichen Positionsbestimmung recht praktisch wenn die Orientierung mal flöten geht. Bei meinem Garmin Oregon ist auch ein "Ankeralarm" einstellbar.

Gegen die Langeweile: Manöver üben

Wenn sich die Gelegenheit bietet oder der Crew gerade langweilig ist, Manöver üben. Ein spontanes "Mann über Bord" bringt gleich mal Abwechslung in eine sonst eher langweilige Seeüberquerung.

Ich habe dazu den Rettungsring über Bord geworfen und das Manöver von allen fahren lassen. Aufgenommen haben wir den Ring mit dem Bootshaken. Dieses Manöver sollte mindestens noch ein Crewmitglied beherrschen. Wer weiß, ob nicht der Kapitän selbst mal über Bord geht.

Hund an Bord

Ein Hund an Bord - so wie unser Labrador Balu - ist kein echtes Problem. Beachte aber, dass du ein passendes Schiff auswählst (der Hund kann Treppen steigen, aber keine Leitern klettern).

Auch das Anlege-Manöver will überlegt sein: Wie bekommt man nach dem Anlegen den Hund von und wieder an Bord? Manchmal war für uns der Fingersteg besser geeignet als der Steg am Heck, ein anderes Mal war es umgekehrt.

Unser Labrador mit seinen 35 kg Lebendgewicht will da auch schon mal hochgehievt werden. Mit dem entsprechenden Geschirr ging es aber ganz gut. ... auch, wenn er das nicht wirklich toll fand.

Empfohlene Literatur

Die folgenden Bücher und Karten habe ich mir selbst gekauft und kann sie bedingungslos weiterempfehlen:

Törn-Atlas "Mecklenburgische und Märkische Seenplatte" Die Häfen und Wasserwanderrastplätze sind nummeriert.

Törn-Planer "Mecklenburgische und Märkische Seenplatte" Hier findest du die Nummern wieder. Außerdem sind hier Details zu den Liegeplätzen, Freizeitangeboten, Einkaufsmöglichkeiten (mit Entfernungen zum Hafen) beschreiben. Beide gehören also praktisch zusammen.

Hafenführer für Hausboote Mecklenburg / Brandenburg Neben Beschreibung des Hafens auch hilfreich, weil das Hafenbecken mit einem Foto dargestellt ist. Damit kann man sich schon mal auf die Einfahrt und die Art der Anleger einstellen.

Hafenmanöver Schritt für Schritt mit dem Motorboot ... ohne Worte :)

Charterfibel Hausbootwissen für Einsteiger Wie der Name schon sagt: Eine "Fibel", ein allererstes Buch, das beim Verständnis von "Hausboot-Urlaub" hilft.

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