Checkliste: Reisegepäck für die Hohe See Was muss auf einen Segel-Törn mit? Was bleibt zu Hause?

In diesem Abschnitt beschäftigen wir uns mit der Packliste für Segel-Törns auf der Hohen See. (Wenn du einen Binnen-Segel-Törn machst, brauchst du deutlich weniger Sachen. Die entsprechende Checkliste findest du hier.)

Downloaden, Ausdrucken, Abhaken. Lade dir die Checkliste herunter, drucke sie aus und lege sie zu deinen Reise-Unterlagen!

Damit es verständlicher wird, erklären wir hier die wichtigen Punte ausführlich. Die "kurze" Checkliste zum Abhaken kannst du downloaden und ausdrucken.

Die Reise-Apotheke: Medikamente & Co.

  • Persönliche Medikamente einpacken!
  • Mindestens die doppelte, besser die dreifache Menge!
  • Getrennt in wasserdichte Beutel eintüten!

Auf der Hohen See kann man nicht "mal eben rechts ranfahren" und an der Tankstelle nachkaufen, wenn man etwas vergessen hat. Das gilt ganz besonders für Medikamente.

Obwohl Charter-Yachten mit einem Sani-Kasten ausgerüstet sein müssen, enthalten diese Bord-Apotheken meist nur das Allernotwendigste, was ihnen die Gesetze und Normen vorschreiben. Und glaube es: Das ist nicht wirklich viel. Deshalb sorge für eine eigene Apotheke!

Denke an deine persönlichen Medikamente! Packe immer mindestens die doppelte Menge (besser: die dreifache Menge) der benötigten Medikamente ein! Und zwar in getrennte, wasserdicht verschließbare Beutel.

Denke daran: Auf See kann eine Rettungsmaßnahme durchaus mehrere Tage dauern. Doch selbst wenn es schnell geht, dauert es im Regelfall viele Stunden.

Sorge mit ausreichend Medikamenten vor, wenn du Medikamente einnehmen musst.

Der Kleiderschrank: Was trägt man denn so an Bord?

»Es gibt kein falsches Wetter,
Es gibt nur falsche Kleidung!
«

Und weil die Größe der Reisetasche beschränkt ist, denke über jedes Kleidungsstück drei Mal nach, bevor du es einpackst: Brauchst du es? Trägst du es? Kann man es durch etwas ersetzen, das sich bereits in der Tasche befindet?

Unterwäsche

Wenn du Sportler bist, hast du bereits Funktionsunterwäsche. Die leistet dir auch an Bord gute Dienste: Einpacken!

Wenn du noch keine Funktionsunterwäsche besitzt, denke darüber nach, sie dir zu kaufen. Sie kann auch an Land gute Dienste leisten.

Wenn du keine Funktionsunterwäsche kaufen willst: Packe für jeden Tag einen vollständigen Satz Unterwäsche ein (Schlüpper, Unterhemd, Socken oder Strümpfe)

Handschuhe

Handschuhe schützen deine Hände nicht nur vor Kälte, sondern auch als "Arbeitshandschuhe" beim Arbeiten an den Seilen und Kurbeln. Du bist also gut beraten, wenn du dir ein Paar einsteckst, sofern du an Bord mitarbeiten willst.

Spätestens, wenn dir das erste Mal ein Seil aus der Hand rauscht, wirst du deinem Schöpfer danken, dass er sie dich mitnehmen lassen hat.

Wenn du Sportler bist, hast du bereits Fahrrad-Handschuhe. Die leisten dir auch an Bord gute Dienste: Einpacken!

Ansonsten solltest du wirklich darüber nachdenken, die 10, 15 Euro für ein paar billige Fahrrad-Handschuhe auszugeben.

Wenn es in kalte Gefilde (nördliche Nordsee, etc.) geht, packe auch warme Handschuhe ein! Ganz egal, was dein Kleiderschrank da hergibt: Alles ist besser als frierende Hände.

Denke aber daran: An Bord wird alles schnell klamm. Wenn du ein "Frost-Köddel" bist und unter kalten Händen leidest, dann packe auch zwei oder drei Paar Handschuhe ein. So kann ein Paar immer trocknen, eines getragen werden und eines ist in Reserve.

Mütze

An. Bord. Brauchst. Du. Eine. Mütze. Punkt.

Sie schützt dich vor Regen, Schnee, Kälte & vor der Sonne.

Am Mittelmeer ist ein Baseball-Cap gut geeignet, auf der Nord- oder Ostsee ist (zusätzlich) eine warme Mütze angebracht.

Der Körper kühlt auch über den Kopf aus. Deshalb wirst du nur wenige Profis oder Fischer sehen, die keine Mütze tragen. Und was für die Profis gut ist, das ist uns ebenfalls recht.

  • Je mehr du zum Frieren neigst, desto wichtiger wird die warme Mütze.
  • Je mehr Sonne zu erwarten ist, desto wichtiger wird eine Schirmmütze (Baseball-Cap, etc.).

Auch die Pudelmütze vom letzten Winter ist für die Frostbeulen unter uns eine gute Option, wenn es kalt, nass und stürmisch werden sollte.

Hosen

An Bord ist jede Form von Hosen geeignet, die halbwegs eng am Körper anliegt und nicht aus dünnem Stoff besteht. Doch denke daran: Du machst fast Sport! "Skinny-Jeans" sind schick, aber völlig ungeeignet. Genauso "Flatter-Hosen"

Auf dem Schiff gibt es zahllose Gegenstände, die im Weg hängen und dir ruck-zuck einen Riss in der Hose verpassen können: Schäkel, Wirbel, Schlüsselringe, Enden von Draht-Stropps, herausstehende Haken und Ösen, ... lass die Designer-Sachen lieber zu Hause und packe stattdessen "Sport-Sachen" ein!

Jogginghosen gehen immer. Gut geschnittene Jeans taugen auch. Doch du musst dich darin wirklich sportlich bewegen und über das Deck klettern können.

Jacke

Klar, es gibt das tolle "Ölzeug", das die Profis tragen. Doch das kostet ein Heiden-Geld (ab 300 Euro aufwärts). Und das lohnt sich nicht wirklich, wenn man nur mal eine, zwei Wochen auf dem Wasser verbringen will.

Trotzdem verzichte nicht auf eine Jacke: Wenn du dich fürs Radfahren, Snowboarden oder sonst eine andere Outdoor-Sportart ausgerüstet hast: Das ist das beste Zeug! Nimm es mit!

Wenn du sonst eher weniger Outdoor-Sport machst, nimm die gute Regenjacke mit.

Da du dich 3- oder 4-lagig anziehst (Unterwäsche, darüber ein Shirt, darüber ein Pullover, darüber die Jacke), wirst du auch in der dünnen Regenjacke nicht wirklich frieren. (Also zumindest, solange du nicht in die Arktis aufbrichst.)

Doch alles, was Wasser aufnimmt (Filz, etc.) ist eine sehr schlechte Wahl. Es hält nur bis zum ersten Spritzer warm. Danach wird es schwer und klamm. Lass solche Jacken zu Hause.

Auf dem Mittelmeer reicht eine einfache Frühlings-Regenjacke. Auf der Nord- und Ostsee darf es gern die Herbst-Jacke sein.

Schuhe

Lass die hübschen Pumps und die coolen Sneakers zu Hause! Oder nimm ein Paar mit, aber nur für den Landgang.

An Bord liegt ständig alles mögliche herum und es gibt nur wenige wirklich sichere Trittflächen. Deshalb packe dir lieber Sportschuhe ein.

Keine Leder-Sportschuhe! Deine Schuhe werden mit Sicherheit nass. Und Leder braucht ewig zum Trocknen und wird schnell brüchig vom Salzwasser.

Zwei Paar einfache Sportschuhe tun einen hervorragenden Dienst an Bord. Ein Paar trägst du, das andere wird eingesetzt, wenn das erste Paar nass werden sollte.

Hallen-Sportschuhe sind nahezu perfekt! Sie haben einen hohen Grip, was dir bessere Standfestigkeit auch bei Schräglage des Bootes gibt.

Achte auf Abriebspuren der Sohlen! Bei der Rückgabe des Bootes muss es gereinigt werden. Und wenn deine Schuhe Abrieb erzeugen, musst du den wegmachen. Das kann leicht einen ganzen Tag verschlingen, den man auch besser verbringen kann...

Je kälter dein Fahrtgebiet ist, desto mehr Augenmerk solltest du auf "warm & trocken" legen.

Je wärmer dein Fahrtgebiet ist, desto mehr Augenmerk solltest du auf "Sonnenschutz & Nachtkälte" legen.

  • 4-lagige Klamotten (Unterwäsche, Shirt, Pullover, Jacke) ist besser als "dicker Pullover mit Kragen", "dicker Pullover ohne Kragen", "dünner Pullover", "leichter Pullover", ...
  • Ausreichend Wechsel-Klamotten Wasser ist nass. Und Segeln findet auf dem Wasser statt. Also wirst du vermutlich nass werden. Nässe = Auskühlen = Frieren

Faustregel pro Woche (7 Tage, 6 Nächte), wenn es eher kalt wird

  • 3 x Funktionsunterwäsche
  • oder 5 - 7 x normale Unterwäsche (Unterhemd, Schlüpper, Socken)
  • 1 Paar Arbeitshandschuhe (Fahrrad-Handschuhe)
  • 1 Paar warme Handschuhe
  • 1 Baseball-Cap
  • 1 warme Mütze
  • 4 - 5 Shirts (T-Shirts, dünne Sweater, etc.)
  • 2 - 4 (warme) Pullover
  • 2 - 4 Hosen
  • 2 Jacken
  • 2 Paar Sportschuhe (evtl. 1 Paar Gummistiefel)

Je wärmer das Wetter, desto weniger Klamotten brauchst du. (Und vergiss die Bade-Klamotten nicht!)

Handy und anderes elektronisches Spielzeug

Verzichte auf (insbesondere teure) Elektronik an Bord! Das Salzwasser frisst sie regelrecht auf.

Auf der Hohen See hast du meistens keine besonders gute oder sogar gar keine Funk-Abdeckung. Das heißt: Das Handy wird schnell nutzlos.

Außerdem hat Salzwasser großen Appetit auf Batterie- & Akku-Strom. Es frisst ihn geradezu. Und das heißt: Batterien, die an Land 3 Tage halten; halten auf dem Wasser einen Tag oder weniger. Und Salzwasser liebt Elektronik aller Art: Du kannst fast zuschauen, wie schnell die elektronischen Bauteile im Gameboy, der Spielekonsole, dem Handy und allem anderen korrodieren (rosten).

Überlege genau, welches elektronisches Spielzeug du an Bord mitnehmen willst. Es könnte die letzte Reise des Spielzeugs sein.

Lasse teure Handys, Uhren und anderes elektronisches Zeug einfach zu Hause. Packe auch nicht den besten und teuersten Fotoapparat ein. Die Elektronik wird es dir mit einer höheren Lebenserwartung danken.

Das gilt auch für laue und windstille Tage auf dem Mittelmeer. Die Luft, die dich umgibt, ist vom Salzwasser geschwängert. Und sie kriecht in jede Ritze. Wenn du also unbedingt teure Elektronik mitnehmen willst, dann tüte sie luftdicht ein und hole sie nur bei Bedarf heraus.

»Mir ist sooooo langweilig!«

Segel-Törns sind für Ungeübte eine merkwürdige Sache: Stunden des sinnlosen Herumsitzens und Vor-sich-hin-dösens werden gelegentlich von Minuten hektischer Betriebsamkeit unterbrochen, bei denen sich alle anschreien und unzufrieden sind, weil es nicht schnell genug geht.

Sorge für die Zeiten zwischen der Hektik vor! Nimm dir ausreichend Bücher mit. Denke an Gesellschaftsspiele, die man auch spielen kann, wenn der Wind einem die Karten vom Tisch weht.

Die ganze Zeit nur still in der Sonne zu braten, wird schnell sehr langweilig. Und Langeweile sorgt für den Eindruck, dass dein Törn weniger schön ist, als er tatsächlich ist. Das gilt ganz besonders, wenn du weit vom Ufer weg bist und rundherum auf 360° nur Wasser, Wind und Wellen zu beobachten sind...

Nimm dir "Freizeit-Beschäftigung" mit! Bücher, Strickzeug, Gesellschaftsspiele, ... Doch denke an Wind und Wasser: Was nicht nass werden darf oder was vom Tisch wehen kann, ist schlecht geeignet.

Kinder an Bord?

Ganz besonders für die Lütten ist ein Segeltörn an sich sehr schnell extrem langweilig. Genauso, wie das Auto Fahren. Wenn du also Kinder mitnimmst, dann mache dir sehr, sehr, sehr gründlich Gedanken, wie du sie den ganzen Tag beschäftigen kannst.

Wir wollen ja nicht, dass sie schon nach drei Stunden anfangen, sich wie der Esel in Shrek aufzuführen, nicht wahr?! ("Sind wir bald da?" ... "Noch nicht!" ... "Und jetzt?" ... "Nein!" ... "Und jetzt?" ...)

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